Was leistet die gesetzliche Krankenversicherung beim Zahnarzt?
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt die Kosten für die zahnärztliche Grundversorgung. Dazu gehören:
- Kontrolluntersuchungen (2x jährlich)
- Zahnsteinentfernung (1x jährlich)
- Füllungen aus Amalgam oder Komposit im Seitenzahnbereich (Amalgam als Regelversorgung)
- Wurzelbehandlungen (wenn der Zahn als erhaltungswürdig gilt)
- Parodontitis-Behandlung (inkl. UPT seit 2022)
- Zahnersatz: Festzuschuss in Höhe von 60 % der Regelversorgung (mit Bonusheft bis zu 75 %)
Was die GKV nicht oder nur teilweise übernimmt, zeigt die folgende Übersicht:
| Leistung | GKV | Gute Zahnzusatzversicherung |
|---|---|---|
| Professionelle Zahnreinigung (PZR) | freiwilliger Zuschuss (40 – 80 €/Jahr) | meist 1 – 2× jährlich komplett |
| Keramik-Inlays / hochwertige Füllungen | nur Regelversorgungs-Anteil | 70 – 100 % der Mehrkosten |
| Implantat (künstliche Zahnwurzel) | kein Zuschuss | 70 – 90 % je nach Tarif |
| Keramik-Krone/-Brücke im Seitenzahnbereich | Festzuschuss zur Metall-Regelversorgung | 70 – 100 % der Gesamtkosten |
| Bleaching / ästhetische Behandlungen | keine Leistung | tarifabhängig, oft ausgeschlossen |
Was übernimmt eine Zahnzusatzversicherung?
Eine gute Zahnzusatzversicherung schließt die Lücke zwischen Kassenleistung und tatsächlichen Kosten. Die wichtigsten Leistungsbereiche:
1. Zahnersatz (wichtigster Bereich)
Hier lohnt sich die Versicherung am meisten. Ein einzelnes Implantat kostet 1.400–3.500 €, eine Keramikkrone 500–1.000 €. Gute Tarife erstatten 80–100 % der Gesamtkosten inklusive Implantat.
2. Zahnbehandlung
Erstattung für hochwertige Füllungen (Komposit, Keramik), Wurzelbehandlungen mit modernen Techniken und Parodontitis-Therapie über die Kassenleistung hinaus.
3. Prophylaxe
Erstattung für professionelle Zahnreinigung — typischerweise 1–2 PZR pro Jahr à 80–120 €.
Für wen lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?
Unsere ehrliche Einschätzung als Zahnärzte:
Besonders empfehlenswert für:
- Patienten unter 40 Jahren mit noch guten Zähnen — die Beiträge sind niedrig, und Sie sichern sich ab, bevor teurer Zahnersatz nötig wird
- Familien mit Kindern — Kieferorthopädie (Zahnspange) kann 3.000–8.000 € kosten
- Patienten, die Wert auf hochwertige Versorgung legen — Keramik statt Amalgam, Implantate statt Brücken
Weniger sinnvoll für:
- Patienten mit bereits umfangreichem Zahnersatz — die meisten Tarife haben Wartezeiten (8 Monate) und schließen bereits geplante Behandlungen aus
- Disziplinierte Sparer — wer monatlich 30–50 € auf ein Zahnkonto zurücklegt, hat nach 10 Jahren 3.600–6.000 € angespart
Worauf sollten Sie beim Abschluss achten?
- Erstattung für Zahnersatz: Mindestens 80 % inklusive Implantate
- Keine Begrenzung der Zahnarztwahl: Sie sollten frei wählen können
- Wartezeit: Möglichst kurz (3–8 Monate), manche Tarife bieten sofortige Leistung
- Summenbegrenzung in den ersten Jahren: Viele Tarife begrenzen die Erstattung in den ersten 3–4 Jahren auf 1.000–3.000 € pro Jahr
- Altersrückstellungen: Tarife mit Altersrückstellungen steigen im Alter weniger stark
- Zahnstaffel: Wie hoch ist die maximale Erstattung in den ersten Jahren?
Das Bonusheft: Sparen ohne Zusatzversicherung
Unabhängig von einer Zusatzversicherung sollten Sie Ihr Bonusheft konsequent führen lassen. Bei lückenloser Vorsorge über 5 Jahre erhöht sich der Festzuschuss der GKV auf 70 %, nach 10 Jahren auf 75 %. Das kann bei einer Brücke oder Krone schnell 200–400 € Unterschied ausmachen.
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